Der junge Mann und das Meer - Der Blick in die Unendlichkeit

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Schon mal was von horizontalen Wasserfällen gehört? Was haben das Meer und der Himmel gemeinsam? Und was zum Henker denkt der Frosch im Brunnen über Sandkörner?



Heute ein kurzer Artikel über das Meer, nachdem ich diese Woche in Nizza war und ein wenig Zeit am Strand verbringen konnte.

Der blinde Mann und das Meer

Die Sonne steht rechts von mir tief am Horizont. Die letzten Sonnenstrahlen brennen sich noch auf meinem Gesicht ein, wobei die Brise aus der Richtung wo die Sonne tief am Horizont steht gleichzeitig kühlend wirkt. Ich spüre den Sand unter meinen Füßen. Meine Augen sind geschlossen.

 

Das Rauschen der Wellen beginnt beim rechten Ohr, wenn das Wasser an der Oberfläche die Oberhand gewinnt und über die unteren Etagen stürzt. Die Welle bricht. Als ob er beweglich wäre, wandert ein brausender Wasserfall vom rechten zum linken Ohr hinüber.

 

Dem Wasserfall folgt das plätschern eines kleinen Baches und kommt immer näher, als sich das Wasser vorwärtsdrängend mir immer mehr nähert. Als ganz kurz Stille einkehrt werden meine Zehen bis zum Knöchel hinauf mit kaltem Salzwasser umspült. Beim Rückzug saugt mir der Ozean den Boden unter den Füßen weg, aber nicht ruckartig, sondern sanft ziehend. Schritt für Schritt zieht es mich nach vorne.

 

Während an meinem linken Ohr der brausende Wasserfall sich allmählich in der Unendlichkeit verliert, baut sich in mir eine Spannung auf. Jede Zehntelsekunde kann es soweit sein. In der Ferne höre ich sie schon anrauschen, die nächste Welle. Ich genieße die steigende Lautstärke des nächsten rollenden Wasserfalls. Ein Schritt nach vorne.

 

Ich könnte stundenlang so stehen und zuhören.

 

Doch ich öffne meine Augen.


"Der Frosch im Brunnen ahnt nichts von der Weite des Meeres."

- japanisches Sprichwort -


Der kleine Mann und das Meer

Ein unendlich weites und tiefes Blau erstreckt sich über mein gesamtes Gesichtsfeld. Unterbrochen nur durch ein helleres Blau das darüber in den Himmel ragt. Weiße Spitzen tummeln sich von nah bis fern und das Meer scheint zu tanzen, wenn die Gischt der Wellen das blau in weißen Schaum verwandelt.

 

Immer tiefer blicke ich in das Wasser. Aber es gibt kein Ende. Ein Blick in die Unendlichkeit. Der Horizont trennt die beiden Welten der Endlosigkeit und liegt selbst auch in unerreichbarer Ferne. Wie groß alles scheint. Umso bewusster wird mir, wie klein ich bin. Nicht größer als die Sandkörner neben mir im Vergleich dazu.

 

Bei diesem Gedanken läuft es mir kalt den Rücken hinunter. Der Rest des Körpers tut das seinige und stellt alle Härchen auf. Ein Schritt nach vorne.

 

Ich stehe schon bis zu den Knien im Wasser. Wie von alleine zieht es mich ins Meer. Eine große Anziehung geht von den Tiefen des Meeres aus. Ich spüre eine Sehnsucht nach der Unendlichkeit in mir.

 

Gleichzeitig baut sich aber ein riesen Respekt in mir auf, der Respekt vor etwas, dass es schon lange vor mir gab und lange nach mir geben wird.


Die Unendlichkeit

Was ist unendlich? Es gibt viele Beschreibungen für das Endlose. In so ziemlich allen Bereichen der Wissenschaften taucht der Begriff auf. Je tiefer man in die Materie eindringt, desto mehr verschwimmen manche Bereiche, aus mathematischen Beweisen, werden philosophische Diskussionen. Schaut doch mal auf wikimindmap zum Thema Unendlichkeit und macht alle Unterebenen auf. Dort findet man ein paar Zusammenhänge.

 

Ich für mich definiere Unendlichkeit ein wenig anders. Für mich ist unendlich immer ein Augenblick der mir meine Grenzen zeigt. Bin ich zu Hause, ist in diesem Augenblick der Supermarkt unendlich weit weg. Ich kann losgehen und irgendwann sehe ich ihn und damit wird er endlich. Das was wir sehen ist endlich, alles darüber hinaus unendlich. Der Marathon ist unendlich weit weg (obwohl es nur 42,2km sind). Aber mit jedem Trainingstag rückt das Ziel näher und wird dann doch erreichbar. 

 

Stehe ich am Strand und sehe den Horizont scheint mir das Meer unendlich groß. Bewege ich mich jedoch dorthin, wird sich irgendwann die Unendlichkeit in einen erreichbaren Strand auf der anderen Seite verwandeln, sofern ich nicht vorher von der Scheibe falle.

 

Ist das Universum unendlich? Dazu gibt es fast ebensoviele Theorien, die immer wieder erneuert werden. Expandiert das Universum? Wird es irgendwann wieder in sich zusammenfallen? Interessante Fragen mit deren Beantwortung man sein ganzes Leben verbringen kann. Kurzer Denkansatz: Wäre es expandierend und würde schneller expandieren, als wir uns bewegen können, so werden wir immer ein unendliches Universum annehmen, da wir praktisch nie an das Ende kommen können. Das Universum selbst wäre aber nicht unendlich. Vielleicht sollten wir zwischen theoretischer und praktischer Unendlichkeit unterscheiden? Einen interessanten Blog Artikel dazu findet ihr hier ...

 

Wir werden unsere Grenzen mehr und mehr ausdehnen und wahrscheinlich das heute sichtbare nochmals erweitern und damit unsere Grenzen verschieben und das scheinbar Unendliche in das Endliche verschieben. 


"Die eigene Angst zu überwinden und sich in das Unbekannte zu wagen, erweitert das eigene Universum. Im Unbekannten liegt der Fortschritt."


Keine Ahnung ob das schon jemand vor mir so gesagt hat, aber ich hab es so für mich definiert.


Takeaways

1. Horizontale Wasserfälle sind beruhigend.

2. Unendlich ist das, was hinter den eigenen Grenzen liegt.

3. Wovor du den größten Respekt hast, dort liegt dein größter Fortschritt.


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