Horizontale Eintönigkeit - eine Grubengeschichte

Was dünenlose Wüsten mit brennenden Hochhäusern zu tun haben und welche Gruben verlassen werden sollten, sowie die 5 Takeaways zu Berg- und Talfahrten, gibt es hier.



Berg- und Talfahrt

Als ich begann diesen Blog zu schreiben hatte ich etwas anderes im Sinn, als das was nun dabei herauskam. Ich wollte über meine eigenen Berg- und Talfahrten schreiben. Stattdessen kam der folgende Artikel dabei heraus ...

 

Wer hat in seinem Leben nicht schon die ein oder andere Berg- und Talfahrt erlebt? Heute noch am Gipfel, morgen in der Grube. Tragen wir deshalb die Berge ab und schütten die Gruben zu? Wer will schon Horizontale Eintönigkeit, in der alles Einheitsbrei ist, wo es keine Höhen, keine Tiefen gibt? Wer das will ... ab in die dünenlose Wüste mit dir. Endlose abwechslungsfreie Umgebungen. Würden wir die Erfolge schätzen, wenn wir nicht wüssten wie Niederlagen aussehen?

 

Wie lange wir im Tal der Niederlage verweilen, dass ist jedoch sehr unterschiedlich. Die Einen nehmen die Niederlage als Anlass und Chance zum Lernen und sich weiter zu entwickeln, die Anderen sehen darin die Härte des Schicksals, dass es auf sie abgesehen hat.

 

Und sie behalten beide recht. Denn während der eine die Niederlage akzeptiert, lernt und den Berg wieder hinaufsteigt, ergibt sich der andere seinem Schicksal und bleibt im Tal hängen.


 

 

"Das Leben schwer nehmen ist leicht,

das Leben leicht nehmen ist schwer!"



Die Story

Vor kurzem fiel mir wieder eine Geschichte ein. Keine Ahnung wann ich sie das erste mal gelesen habe. In schwierigen Situationen erinnere ich mich daran.


Ein alter Mann lebte zusammen mit seinem einzigen Sohn auf einer kleinen Farm. Sie besaßen nur ein Pferd, mit dem sie die Felder bestellen konnten.

 

Eines Tages lief das Pferd davon. Die Leute im Dorf kamen zu dem alten Mann und riefen "Oh, was für ein schreckliches Unglück!" Der alte Mann erwiderte aber mit ruhiger Stimme: "Wer weiß wozu es gut ist?"

 

Eine Woche später kam das Pferd zurück und brachte zwei wunderschöne Wildpferde mit auf die Koppel. Wieder kamen die Leute aus dem Dorf: "Was für ein unglaubliches Glück!" Doch der alte Mann sagte wieder: "Wer weiß wozu es gut ist?"

 

In der nächsten Woche machte sich der Sohn daran, eines der wilden Pferde einzureiten. Er wurde abgeworfen und brach sich ein Bein. Nun musste der alte Mann die Feldarbeit alleine bewältigen. Und die Leute aus dem Dorf sagten zu ihm: "Was für ein schlimmes Unglück!" Die Antwort des alten Mannes lautete wieder: "Wer weiß wozu es gut ist?"

 

In den nächsten Tagen brach ein Krieg mit dem Nachbarland aus. Die Soldaten der Armee kamen in das Dorf, um alle kriegsfähigen Männer einzuziehen. Alle jungen Männer des Dorfes mussten an die Front. Der Sohn des alten Mannes aber konnte mit seinem gebrochenen Bein zu Hause bleiben. "Wer weiß wozu es gut ist?


Die Fallhöhe

Wie tief kann man fallen? Man wird gekündigt, verliert seinen Job. Der Partner verlässt einen. Man verliert einen geliebten Menschen. Eine schwere Krankheit trifft einen unerwartet. Es kann schon ziemlich beschissen werden.

 

Aber denkt darüber nach, wie weit es noch hätte nach unten gehen können. Kein Dach über dem Kopf. Nichts zu Essen. Nichts zu Trinken. Keinen Menschen den man kennt. Niemanden mit dem man sich verständigen, oder austauschen kann. Habt ihr so etwas erlebt? So wie es derzeit vielen Menschen geht, die aus Kriegsgebieten flüchten? Familien die zerrissen werden und Kinder die ohne all den Sicherheitsnetzen, die wir kennen, alleine versuchen in eine vermeintlich bessere Welt zu gelangen. Viele die diesen Weg nicht schaffen.

 

In so eine Relation stelle ich meine "Talfahrten", die im Angesicht solcher Schicksale nahezu lächerlich erscheinen. Ich korrigiere mich, sie sind lächerlich. Es ist als ob ich von einem Baum herunter springe und mir den Knöchel verstauche, wohingegen andere aus einem brennenden Hochhaus springen und ohne Fallschutz auf den Boden knallen, sich sämtliche Knochen brechen und für lange Zeit im Koma liegen, sofern sie jemals aufwachen.

 

Allein schon deshalb sehe ich es als meine Pflicht nicht in meiner Grube zu verweilen, sondern mich zusammenreißen und meinen Weg auf den nächsten Berg zu suchen und zu starten. Für alles andere müsste ich mich schämen.

 

Ich bin nicht gut darin Fremden zu helfen. Grenze ich sie deswegen aus? Nein. Tue ich zu wenig für diese Menschen? Wahrscheinlich. Was ich für mich versuchen muss, ist die Menschen in meiner Umgebung positiv zu beeinflussen, sie nicht in den Gruben sitzen zu lassen, sondern sie zu motivieren herauszukommen und den nächsten Aufstieg zu wagen.

 

Hilft das, die Weltprobleme zu lösen? Nein. Aber anstatt nichts zu tun, weil man die Weltprobleme nicht lösen kann und überfordert ist, fängt man dort an wo man kann, bei sich selbst, bei den Menschen die wir lieben und bei unseren Freunden. Und wer weiß, vielleicht verändert sich die Welt doch ein Stück.


"Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft,

denn in ihr gedenke ich zu leben."

- Albert Einstein -


Die Hackz

 

Vordenken statt Nachdenken

Für mich sind die Worte so bildhaft. Nach-denken richtet sich in die Vergangenheit und dorthin wo wir nichts mehr ändern können. Vor-denken richtet sich in die Zukunft und den Weg den wir bestreiten wollen. Soll nicht heißen, dass du nicht überlegen sollst, was du aus der Talfahrt mitnehmen kannst. Deine Gedanken richten sich aber nach vorne auf den nächsten Aufstieg.

 

Relative Fallhöhe visualisieren

Ja deine Talfahrt ist schlimm, aber setzte es in Relation zu anderen Schicksalen. Gib dir Zeit zu trauern, über dich selbst zu jammern, aber dann nimm dich zusammen und hinauf auf den nächsten Berg mit dir.

 

Wer weiß wozu es gut ist

Wenn man zurückblickt scheinen manche Talfahrten notwendig gewesen zu sein, um sich selbst weiterzuentwickeln und etwas zu verändern. Nimm die Niederlagen wie sie sind, überlege was die Geschichte dahinter dir erzählen will. Oft werden dir immer wieder die selben Dinge passieren, solange bis du es checkst und dich veränderst.

 


„Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.“

 - Mahatma Gandhi -


Die 5 Takeaways

1. Berg- und Talfahrt anstatt Horizontale Eintönigkeit

2. In der Grube schlafen ist unangenehm

3. Vordenken statt Nachdenken

4. Fallhöhe ist relativ

5. Sei wie der Bauer - wer weiß wozu es gut ist


Call to action

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Kommentare: 2
  • #1

    Stefanie (Freitag, 15 April 2016 21:21)

    ...du sprichst mir aus der Seele!!! Danke!

  • #2

    Devorah Oates (Sonntag, 05 Februar 2017 15:41)


    Hello, i think that i saw you visited my website so i came to return the favor?.I'm attempting to find issues to improve my site!I suppose its ok to make use of some of your concepts!!