Das 3x3 für Eltern - Any given friday. Nightmare on Shopping Street.

Jeder Freitag ist ein einmaliges Erlebnis. Er bietet jedesmal die einzigartige Gelegenheit, seine eigene Toleranzgrenze weiter nach oben zu schrauben, wenn man mit zwei 120 Dezibel Schalldruckkanonen durch das Einkaufscenter jagt, um möglichst schnell fertig zu werden.



Die Story

Langsam bewegt sich das vierrädrige Gefährt vorwärts. Links und rechts erheben sich meterhohe Mauern. Am Ende der Mauern ist ein grelles Licht zu sehen. Das Gefährt ist randvoll gefüllt. Ein letztes Hindernis ist noch zu nehmen.

 

Voller Panik vor dem nächsten Geschrei der Kinder wird der Einkaufswagen durch den Süßigkeitengang geschoben. Die letzten Meter sind immer die schwersten. Vielleicht hilft eine Ablenkung? Schaut Kinder dort vorne habe ich den Osterhasen gesehen ... Papa ich will eine Schokolade ... und ich Lachgummis ... und Gummischlangen, Schokobananen, Kaugummis, Gummibärchen ...

 

Eigentlich sollte ich jetzt schreien, aber stattdessen kommt mir das nutzloseste aller Wörter über den Mund: Nein ... Den Satz weiter zu formulieren und zu erklären, dass wir noch genug zu Hause gebunkert haben, brauche ich nicht, denn nun schreien die Kinder und nicht ich. Die halbe Welt dreht sich in dem Moment um und blickt in unsere Richtung. Ihre Blicke treffen mich strafend. Plötzlich kann ich ihre Gedanken lesen: Na geh die armen Kinder.  

 

Und schon kommt eine Oma mit einem Gehstock, der aussieht wie ein Baseballschläger, mit einem mitleidigen Blick und schiebt mir eine Tafel Schokolade unter die Nase. Nein, danke. ... Da war es wieder, das verbotene Wort. Kaum ausgesprochen bereue ich meine Worte auch schon wieder. Zähneknirschend steht sie vor mir. Anscheinend hat sie eine gute Haftcreme für ihre Zahnprothese. Oma dreht sich mit einem fast tödlichen Blick wieder um, kurz nachdem sie sich dazu entschieden hat ihren Baseballschläger doch wieder auf den Boden zu stellen.

 

Yes, doch noch einen Sieg eingefahren, dachte ich mir, als das Weinen von vorher in ein Geschrei mit 120 Dezibel mutiert. Mir wird einfach nur schwarz vor Augen.

 

Der Rest des Weges wird von mir nurmehr schleierhaft wahrgenommen. Der Tunnelblick richtet sich auf den Weg zur Kassa und den dahinterliegenden Ausgang, von wo aus ein grelles Licht meine Augen zusammenkneifen lässt. Irgendetwas wird bei der Kassa noch in den Einkaufswagen geschoben, damit das Geschrei auf Weinen deevolutioniert (die rückwärts Evolution, so meine Interpretation).

 

Geschafft. 13,45 EUR mehr ausgegeben, als notwendig. Die Toleranzgrenze auf 121,3 dB hinaufgeschraubt und komischerweise ist das Weinen und Schreien der Kinder mit dem entfernen der Bankomatkarte aus der Kassa abrupt zu Ende. Kaum zu glauben ist auch, dass keine einzige Träne auf den Backen der Lärmmaschinen zu sehen ist ...


Die 3 Erkenntnisse

1.) Einkaufen mit Kindern ist teuer, laut und man geht mit einem schlecht Ruf nach Hause. Dafür wird die Lautstärkentoleranzgrenze erhöht.

 

2.) Gebt den Kindern das Kommando ... wenn du genug Geld hast. Dafür bleibt dir dein Gehör erhalten. Am Sonntag gibt es mittags Schokoladebraten mit Gummibärchenmarinade und Popkorntaler, denn was anderes habt ihr nicht gekauft.

 

3.) Unterschätze niemals die Reaktionsfähigkeit, den Willen und die Durchsetzungskraft einer mitleidigen Oma mit Baseballschläger ... äh Gehstock, sowie die Stärke ihrer Haftcreme für ihre Zahnprothese.


Die 3 Gegenmaßnahmen

Aktion: Ein böser Blick, gefolgt von einem starken und lauten Nein, hat immerhin schon das ein oder andere Kind davon abgehalten beim Einkaufen Blödsinn zu machen. Zumindest wurde mir das so überliefert. Nach gefühlten 0,68 Sekunden ist der nächste böse Blick und das nächste Nein notwendig. So kommt man zwar durch den Supermarkt, ist aber nachher heiser und hat tierische Kopfschmerzen vom gesichtverzerrenden bösen schauen. Ganz abgesehen von dem Ruf, den man mit so einem Vorgehen erhält.

 

Prävention: Gleich zu Beginn wird den Kindern etwas zum Beißen verabreicht. Damit ist dem generellen jaulen, weinen und quengeln schon mal ein erster Riegel vorgeschoben. Wichtig ist für reichlich Nachschub zu sorgen, damit dieser Zustand erhalten bleibt. Aufgrund der hohen Verzehrdauer und dem großen Nachschub Depot im Verhältnis zu den Kosten hat sich trockenes Toastbrot sehr bewährt. Es saugt sämtlichen Speichel auf, womit ein Schlucken nur sehr langsam möglich ist.

 

Elimination: Ganz klar zu bevorzugen ist hier die Tätigkeit des Einkaufens mit Kindern zu vermeiden. Daher sollte man die Kinder stets mit anderen Erwachsenen zu diesem Hürdenlauf schicken. Hier wiederum bevorzugt ist die Mutter der Kinder dafür heranzuziehen, gerne aber auch Großeltern oder Tanten und Onkel. Im Notfall, falls sich niemand findet, kommt man auch einige Tage mit diversen Lieferservices durch.


Die 3 Wissenslücken stopfen

Wikipedia sagt über den Schalldruckpegel:

 

Hohe Schalldruckpegel verursachen Unbehaglichkeit und Schmerzempfindungen. Die Unbehaglichkeitsschwelle hängt stark von Art und Herkunft des Geräusches bzw. Lärms ab; die Schmerzschwelle liegt je nach Frequenzzusammensetzung des Geräusches zwischen 120 dB und 140 dB.

 

Und Babys schreien laut Studien mit bis zu 120dB, was der Lautstärke von Düsenflugzeugen entspricht. Hier nachzulesen 

 

 

Der Scienceblog zu Rückwärts-Evolution / Devolution

 

Ja, die Darstellung ein Weinen als ein deevolutioniertes Geschrei zu betrachten mag sehr weit hergeholt sein. Aber betrachten wir mal folgende Tatsachen. Weinen ist weit verbreitet, kann akzeptiert oder einfach ignoriert werden. Ein Geschrei ist aber eine Evolutionsstufe höher. Es ist spezialisiert darauf Aufmerksamkeit zu erregen und zu bekommen. Bei nicht Reaktion des Angeschrienen-(Elternteils) verursacht es Gehörschäden, womit das Opfer stets darum bemüht ist die Situation so schnell wie möglich zu beenden.

 

 

Birk Grünling schreibt über das Shoppen der Zukunft

 

Vielleicht die Lösung vieler meiner Probleme? Offline-Online shoppen in VR-Parks. Da kann man nichts mitnehmen und die Lieferung kommt dann bequem nach Hause. Gleich mit ein paar Ausbildungstipps für die Kids.

 


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